INFO
· TITEL
Medizinische Basisversorgung - Informationen zur Erkrankung Dysphagie
· BESCHREIBUNG
Auf dieser Seite werden Ihnen die wichtigsten Grundlagen der medizinischen Basisversorgung bei Schluckstörung beschrieben. Die Sicherung der Ernährung, der Schutz der tiefen Atemwege und medikamentöse Therapiemöglichkeiten sind Schwerpunkte der medizinischen Basisversorgung. Auch die psychotherapeutische Betreuung der Patienten mit Schluckstörung und ihrer Angehörigen darf nicht vergessen werden.
· TAGS
Ernährungssicherung, Schutz der tiefen Atemwege, medikamentöse Therapie, PEG, nasogastrale Sonde, Trachealkanüle, psychotherapeutische Betreuung, Dysphagie, Schluckstörung, Neurorehabilitation
· AUTOR
Mirko Hiller, MSc/ Neurorehabilitation · DAS DYSPHAGIEZENTRUM · 2007 - 2010
· HAUPTDOMAINS
www.das-dysphagiezentrum.de
www.dysphagie-seminare.de
Letzte Änderung an dieser Seite: 18.04.2010
Grundsätzlich ist bei der medizinischen Basisversorgung von Dysphagiepatienten eine qualifizierte neurologische, internistische und HNO-ärztliche Diagnostik Voraussetzung. Eine ausführliche Anamnese und eine orientierende klinische Diagnostik können entscheidende Hinweise auf eine Schluckstörung oder sogar auf Aspiration geben.
Zur medizinischen Basisversorgung zählt die Ernährungssicherung durch parenterale Ernährung (Umgehung des Magen-Darm-Traktes durch peripher- oder zentralvenösen Zugang). Eine nasogastrale Sonde wird oft am Beginn der Erkrankung bei fehlender Vigilanz und zur vorübergehenden enteralen Ernährung eingesetzt. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass durch den Sondenverlauf durch Naso- und Oropharynx die ohnehin gestörte Schluckfunktion teilweise erschwert wird. Kann der Patient längerfristig nicht oral ernährt werden, kommen die perkutan endoskopische Gastrostomie ([PEG]) oder Duodeno- bzw. Jejunostomie zum Einsatz.
Bei Speichelaspiration (silent aspiration) mit unzureichender Sauerstoffversorgung und / oder pathologischem Lungenbefund hat der Schutz der tiefen Atemwege oberste Priorität. Der erforderliche Schutz kann durch Tracheotomie unter Einsatz von Trachealkanülen sichergestellt werden. Je nach pathologischen Verhältnissen kommen verschiedene Kanülenarten zum Einsatz.
Regelmäßige bronchoskopische Kontrollen und optimales Trachealkanülenmanagement sind unerlässlich, um Komplikationen im respiratorischen Trakt zu verhindern. Die Vermeidung von Aspiration und ihren Komplikationen kann unter anderem durch Modifikation der oralen Nahrungszufuhr (adaptierende Maßnahmen durch Dysphagietherapeuten), optimale Mund- und Zahnpflege (durch Krankenpflege oder Angehörige), Anfeuchten der Atemluft bei Kanülenträgern (Inhalationsgeräte, Vernebler, "feuchte Nase"), optimales Trachealkanülenmanagement und medikamentöse Beeinflussung der Speichelproduktion erfolgen.
| Aspiration von Nahrung / Flüssigkeiten |
Aspiration von Speichel mit unzureichender O2 - Versorgung / pathologischem Lungenbefund |
Bei verbessertem Speichelschlucken, ausreichender O2 - Versorgung und unauffälligem Lungenbefund |
|---|---|---|
| Sicherung der Ernährung | Schutz der tiefen Atemwege |
Schrittweise Dekanülierung |
| Parenterale Ernährung (Umgehung des Magen-Darm Traktes)
Enterale Ernährung (über Magen-Darm-Trakt)
|
Tracheotomie, Trachealkanüle Kanülenarten
|
|
[QUELLE:Dr.H.Schröter-Morasch(1999):medizinische Basisversorgung von Pat. mit
Schluckstörungen.In:Bartolome et al:Schluckstörungen-Diagnostik und Rehab.]
Weitere mögliche medizinische Maßnahmen:
BILD: starre Schluckendoskopie
Die endoskopische Untersuchung bei Schluckstörung ist auch mit starren Endoskop möglich. Häufig wird dieses Verfahren beim niedergelassenen HNO-Arzt durchgeführt.
Mirko Hiller · DDZ · 2007 - 2010
VERGRÖßERN / INFO …
BILD: nasogastrale Sonde
Bei Patienten mit Schluckstörungen, die voraussichtlich länger als 30 Tage andauern und die Möglichkeit
der oralen Ernährung ausschließen, ist die enterale Ernährung mit Einbeziehung des
Magen-Darm-Traktes notwendig. Eine nasogastrale Sonde wird oft am Beginn der Erkrankung
bei fehlender Vigilanz und zur vorübergehenden enteralen Ernährung eingesetzt. Hierbei muss
allerdings beachtet werden, dass durch den Sondenverlauf durch Naso- und Oropharynx die
ohnehin gestörte Schluckfunktion teilweise erschwert wird.
Mirko Hiller · DDZ · 2007 - 2010
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AUTOR: Mirko Hiller, MSc/ Neurorehabilitation · DAS DYSPHAGIEZENTRUM · 2007 - 2010